Die Crowd als institutioneller Anleger 4.0

Die Crowd als institutioneller Anleger 4.0

Finanzen & Wirtschaft 3 min. Lesezeit
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Roger Studer Anlage- und Finanzexperte

Die digitalisierte Kommunikation und die sozialen Netzwerke haben das Verhältnis zwischen Anbietern und Abnehmern fundamental verändert. Die Crowd – die Masse der Menschen und deren Meinung und deren Möglichkeiten – gewinnt laufend an Bedeutung. Die Crowd denkt mit. Die Crowd redet mit. Die Crowd handelt.
Auch in Finanz- und Finanzierungsfragen.

Die Crowd wird zum Faktor. Der User zum Investor.

Gab es vor zehn Jahren den Begriff Crowdfunding noch gar nicht und wurde er vor fünf Jahren nur im kleinen Kreis debattiert, erzielt er heute bereits 27 Millionen Google-Treffer. Tendenz zunehmend.

Crowdfinance bringt die neuen Möglichkeiten des Kollektivs im World Wide Web auf den Punkt: Der Schwarm sammelt nicht nur Weisheit, er engagiert sich nicht nur politisch. Er macht auch Wirtschaft. Finanz-Wirtschaft. Die Online-Community kann Geld akquirieren. Und einsetzen.

“Die Online-Community kann Geld akquirieren. Und einsetzen.#Crowdfinance“

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Spenden, investieren, bewerten: Die neue Macht der Crowd

Schwarmintelligenz: Wenn Köpfe und Daten kommunizieren

Die Welt wird immer komplexer. Als einzelner durchzublicken ist nahezu unmöglich, aber auch unnötig. Schliesslich gibt es die Schwarmintelligenz.

rogerstuder.vontobel.com

Indem die Crowd spendet. Zum Beispiel beim Crowdfunding. Ein Schwarm von Menschen lässt sich im Internet von einer Idee begeistern, glaubt an deren Erfolg und stellt Geld für die Realisierung zur Verfügung. Der eingesetzte Betrag ist eher klein, die Gegenleistung überschaubar, mehr eine Geste des Dankes als ein Partizipieren an einer Rendite. Der Reiz liegt im Gelingen. Nicht im Gewinnen.

Die Crowd investiert aber auch. Mittels Crowdinvesting. Die Motivation der Geldgeber und die Bereitschaft der Geldnehmer ist eine andere als beim Crowdfunding. Denn zwischen spenden und investieren liegen – Welten! Beim Crowdinvesting trifft sich eine Vielzahl von Mikroinvestoren.

Der eingesetzte Betrag jedes einzelnen kann auch hier eher gering sein. Aber er ist verbunden mit einem Anteil am Unternehmen. Und das Geld soll vorteilhaft, also zum Vorteil des Investierenden, eingesetzt werden. Einfach formuliert: Es soll Gewinn bringen. Im Crowdinvesting wird Geld als Eigenkapital zur Verfügung gestellt. Im Crowdlending wird es als Kredit in Form von Fremdkapital angeboten.

“#Crowdfunding: Der Reiz liegt im Gelingen. Nicht im Gewinnen“

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Dank Crowdsourcing lassen sich Massenkompatibilität, Attraktivität und Nachfrage erheben

Dank Smart Data steuert sich künftig alles von selbst

Durch die Nutzung von Smart Data in Unternehmen entsteht eine intelligente Smart Factory, die optimal für Vertrieb und Produkte eingesetzt werden kann.

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Und die Crowd bewertet. In Form des Crowdrating. Damit bringt sie ihr Intelligenzpotenzial in den Investing-Prozess mit ein. Über Crowdsourcing werden die interessanten Investitionsobjekte und -produkte eruiert. Denn was meine Freunde mögen und für gut erachten, das interessiert auch mich.

Wenn also viele Menschen, viele Freunde und Bekannte, eine Projektidee oder ein Angebot besonders gut, ein innovatives Unterfangen erfolgversprechend finden, dann kann man erstens davon ausgehen, dass dieses Unternehmen interessant sein wird, und zweitens, dass das Risiko einer Investition vergleichsweise gering ist, weil die Masse das Projekt oder das Produkt für investitionswürdig erachtet.

Dank der kollektiven Bewertung können Ideen und Unternehmen vorab und risikofrei auf deren Massenkompatibilität, die Attraktivität, die Dringlichkeit und die Nachfrage getestet werden. Und danach mit einem gehörigen Investitionsvolumen rechnen.

Vontobel lässt seine Kunden von der Finanzmarktintelligenz des Schwarms profitieren

Vontobel setzt im Bereich der Strukturierten Produkte mit deritrade® SmartGuide bereits eine auf Smart- und Crowd-Data basierte Dienstleistung zur Entwicklung der optimalen Anlagelösung nach individuellen Präferenzen ein. Die Kunden profitieren so, unter anderem, von der Finanzmarktintelligenz des Schwarms.

Noch ist der Crowdfinance-Markt eher klein. Auch, weil er in weiten Teilen restriktiven Regulierungen unterliegt. Doch die semantische Durchsetzungskraft des Begriffes Crowdfunding bis zum Google-Burner lässt uns erahnen, wie schnell der Schwarm im Netz zum relevanten Kapitalmarktteilnehmer werden könnte. Eine Art institutioneller Anleger 4.0.
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