Digitale Landwirtschaft – eine Chance für ressourcenschonenden und nachhaltigen Anbau

Digitale Landwirtschaft – eine Chance für ressourcenschonenden und nachhaltigen Anbau

Digitalisierung 3 min. Lesezeit
Stefan Fritz Experte für faire digitale Plattformen

So kann digital „Bio“ werden

In den letzten 30 Jahren konnte man selten etwas über neue Technologien in der Landwirtschaft lesen. Im Stillen und hinter verschlossenen Türen wurde die Landwirtschaft erst mechanisiert und dann automatisiert. Das Paradigma dabei war stets die kapitalistische Produktionsmaximierung. Erst nachdem die Technologien aus Gentechnik, Massentierhaltung und Einsatz von Pestiziden sich durchgesetzt hatten, wurden uns Verbrauchern die Auswirkungen – meist in dramatischer und wenig appetitlicher Form – ins Bewusstsein gebracht.

Inzwischen sind wir als Verbraucher wachsamer und fordern mehr Informationen über die Herkunft und Produktion unserer Nahrungsmittel ein. Ob es an der deutlicheren Nachfrage liegt oder dem gesteigerten Bewusstsein gegenüber „Gründern“ – in den letzten Monaten konnten wir jedenfalls ab und zu etwas von neuen Technologien in der Landwirtschaft lesen: Die Digitalisierung hält Einzug bei unseren Bauern. Schon entdecken die Investoren einen neuen Markt, die Startups sprießen und auch die großen Anbieter von Landmaschinen wissen was zu tun ist. Die Image-Probleme der letzten Automatisierungswelle scheint es mit der nun anrollenden Roboterisierung der Landwirtschaft nicht zu geben. Denn Digitalisierung kann ja nicht schmutzig sein.

Software für die Feldarbeit – Precision Farming

Unter dem Schlagwort „Precision Farming“ (oder der sperrigen Übersetzung „Teilschlagbezogene Landwirtschaft“) tummeln sich heute vor allem Unternehmen und Projekte, die den Einsatz der teuren Ressourcen optimieren wollen: Maschinen und Menschen! Mit entsprechender Software etwa von trecker.com und 365farmnet sollen die großen und teuren Spezialmaschinen unter Berücksichtigung der Bodenverhältnisse besser eingesetzt und ausgenutzt, oder der Einsatz von Menschen weiter kontrolliert und gemessen werden. Damit ist die Landwirtschaft über ihren schmutzigen Umweg der Optimierung des Produktionsgüter Pflanze und Tier jetzt da angelangt, wo der deutsche Maschinenbau schon vor ein paar Jahren stand, und sucht nach der nächsten intelligenten Optimierung von Mensch oder Produktionsmaschine.

Smart Farming als intelligente digitale Lösung für Nachhaltigkeit

Dabei könnte man „Smart Farming“ – also hoffentlich intelligente digitale Technik – doch in der Landwirtschaft ganz anders nutzen. In diesem durch Subventionen total verzerrten Markt könnten wir es uns doch zu unsere aller Wohle leisten, statt Preisoptimierung oder Mengenmaximierung die Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt zu stellen und als oberstes Ziel zu setzen. Mit erheblich kleineren und von vorn herein autonomen Systemen könnten wir neue Konzepte ausprobieren. – Im Idealfall ohne dieselben Fehler zu machen wie bei unseren Piloten (Wieso sitzen die überhaupt noch in einem Cockpit?) oder den Ärzten (Was entscheidet ein Arzt, was ein Empfehlungssystem?). Wir könnten den Menschen zu einem echten Supervisor für autonom agierende Systeme in der Landwirtschaft machen und als Zielgröße die Ressourcenschonung (geringer Einsatz von Wasser und Dünger und den Verzicht auf Pestizide oder Antibiotika) vorgeben.

“Digitale Landwirtschaft: unsere Chance auf echtes Digitales Bio durch #Nachhaltigkeit“

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Bio 2.0 – digitales Bio

Beim letzten Irrweg der Landwirtschaft haben Tierschützer und Bio-Fanatiker uns mit ihren Weckrufen geholfen. – Leider viel zu spät und nachdem die ganze Mainstream- Landwirtschaft schon in die falsche Richtung gelaufen war. Die Frage ist also, ob Digitalisierungs-Experten es schaffen Unternehmen und Startups dahin zu bringen, jetzt und heute wirklich intelligente digitale Landwirtschaft auf ihren Feldern zu züchten und einzusetzen statt durch Digitalisierung einfach wieder mal die Menschen und Maschinen zu optimieren.

Vielleicht können wir ja auch als Verbraucher einen Beitrag leisten, indem wir in Zukunft fragen, ob die Produkte im Supermarkt aus „intelligenter digitaler Landwirtschaft“ stammen. Nachhaltige Erzeugung mit Bio 2.0. – Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt für neues – Digitales Bio!

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