Ein neues Gefühl für Sprache

Ein neues Gefühl für Sprache

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Stefan Fritz Experte für faire digitale Plattformen

Zwei Journalistinnen begeben sich auf Entdeckungsreise in die Welt der Sprache und es macht Spaß, sie zu begleiten! Meine Buchrezension zu: Das Alphabet des Denkens: Wie Sprache unsere Gedanken und Gefühle prägt von Claudia Wüstenhagen und Stefanie Schramm bzw. Kara, wie sie inzwischen heißt. 

Der Titel ist Programm: die beiden Autorinnen haben sich auf den Weg gemacht und lassen in umfangreichen Recherchen folgende Fragen zum Thema Sprache von Experten beantworten:

  • Wie Wörter wirken
  • Was Wörter über uns (als Individuum) verraten
  • Wie wir Wörter für uns nutzen können

Dass die beiden Journalistinnen sind und selber eben keine Experten, ist klar zu erkennen und auch nicht ihr Anspruch. Es geht den beiden darum, ein breiteres Publikum mitzunehmen auf eine Reise in die interessante Welt der Sprache und der Wechselwirkung von Sprache mit unserem Denken, ja unserem Sein. Als Leser spürt man ihre eigene Faszination und fast eine gewisse Leidenschaft, mit der sie die Informationen aus Studien und Veröffentlichungen zusammengetragen und für sich selber und für uns aufbereitet haben.

Wer Kahnemanns „Schnelles Denken, langsames Denken“ gelesen hat, für den ist das ein oder andere nicht ganz neu; aber die gut zu lesende Darstellung von Frau Kara und Frau Wüstenhagen macht auf jeden Fall Spaß. Und in meinem Kopf ist dabei ein neues und inspirierendes Bild über Sprache und unser Gehirn und seine Arbeitsweisen entstanden. Sprache ist nicht nur ein Spiegel unserer Seele, unseres Zustandes, den wir klar sichtbar nach außen tragen, sondern auch die Grundlage für die Möglichkeiten, wie und was wir überhaupt Denken können. Und damit berührt und beeinflusst Sprache unser Sein. Tolle Beispiele illustrieren diese Zusammenhänge eindrucksvoll.

“Sprache als Grundlage für die Möglichkeiten, wie und was wir denken können. Spannend: Das Alphabet des Denkens!“

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Das letzte Kapitel (Wie wir Wörter für uns nutzen können) ist von der Thematik von vorneherein schon etwas bekannter: Ja mit Wörtern kann man andere Menschen verleiten und beeinflussen. Und obwohl gerade hierzu ein paar Fakten schon vorher klar sind, eröffnen die Beispiele noch einmal tolle neue Aspekte.

Von meiner Seite eine absolute Leseempfehlung! Meine Neugier an den vielen Facetten von Sprache war schon nach wenigen Seiten geweckt und wurde nicht enttäuscht.

Stefanie Schramm, Claudia Wüstenhagen
Das Alphabet des Denkens: Wie Sprache unsere Gedanken und Gefühle prägt
Rowohlt-Verlag, 320 Seiten, 19,95 Euro
Kindle Ausgabe 16,99 Euro

 

"Ein neues Gefühl für Sprache"