Woher der Weihnachtsmann seine Social Intelligence hat

Woher der Weihnachtsmann seine Social Intelligence hat

Finanzen & Wirtschaft 3 min. Lesezeit
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Roger Studer Anlage- und Finanzexperte

Draussen rieselt leise der Schnee. Drinnen flackert hell das Licht des Tablets mit Retina Display. Der Weihnachtsmann ist online. Letzte Vorbereitungen. Schnell noch ein Datencheck. Bald schon muss er die Rentiere anschirren und sich aufmachen zu den Menschen. Sein Smartphone wird über die Navigations-App die optimalsten Routen berechnen. Die LED-Lämpchen am Schlitten schalten sich selber ein, sie sind digital mit der Weltuhrzeit verbunden.

Der Weihnachtsmann freut sich auf seine Tour. Raus aus der virtuellen in die reale Welt!

Er weiss, dass andere schon lange versuchen, sein Businessmodell zu untergraben. Er hat sich längst an die Konkurrenz gewöhnt. An die klassischen Einkaufsstrassen, die mit Weihnachtsbeleuchtung locken. An die Shopping Malls, die extra Eisfelder aufstellen. An den Online-Handel, der die Rabatt-Schlacht anheizt. An die Weihnachtsmärkte, an denen Glühwein für heitere Stimmung sorgen muss.

Ohne Konkurrenz – die Marke „Weihnachtsmann“ ist unschlagbar

Wobei: Was heisst schon Konkurrenz? Dem Weihnachtsmann ist es gelungen, eine Marke aufzubauen, die nie geschwächelt hat. Die Marke ist stark, skandalfrei. Black Friday und Cyper Monday hin oder her: Weihnachten ist nicht zu toppen. Und mit ihr der Mann mit Bart im roten Gewand.

So musste sich der Weihnachtsmann nie um Kunden streiten. Laufkundschaft braucht er nicht. Der Vergleichbarkeit des Internets ist er nicht ausgesetzt. Und die Preistreiberei kümmert ihn nicht.

Keine disruptive Verdrängung. Sein Geschäftsmodell ist exklusiv und nachhaltig. Sein Storytelling durchschlagend und durchgehend erfolgreich.

Natürlich musste auch der Weihnachtsmann mit der Zeit gehen. Die Datenmenge, über die der Weihnachtsmann verfügt, wächst von Jahr zu Jahr. Irgendwann war sie von Hand nicht mehr zu bearbeiten. Das Erraten der Wünsche wurde immer schwieriger, immer unübersichtlicher. Doch statt zu ächzen unter der Last all dieser Informationen, ist er übergangen, diese durch eine neuartige Technologie zu bearbeiten.

Der Weihnachtsmann setzt auf neue Technologien, auf  Smart Data und optimiert so seine Prozesse

Smart Data erlaubt Social Intelligence, Auswertung von Persönlichkeitsprofilen und Milieuzugehörigkeiten, Verknüpfungen von Marktentwicklungen und Wettbewerber-Analysen und Produktinnovationen. Und das alles in Echtzeit.

Sein grosses Buch, in dem alle Menschenwünsche verzeichnet sind, ist natürlich längst kein Buch mehr, sondern eine digitale Plattform. Die Wünsche, direkt im Online-Kontaktformular eingetragen, lassen sich jetzt einfach verarbeiten. Aber auch das Handling der Wünsche, die per E-Mail eingegangen sind, ist einfach. Und die handschriftlichen Briefe werden automatisiert eingescannt. Eine künstliche Logik hat direkten Zugriff auf die umfangreichen digitalen Datenbestände. Sie erfasst und analysiert nun alle Menschendaten und Wünsche, verbindet diese mit den Angeboten und kreiert daraus individuell zugeschnittene, exakt auf die Sehnsüchte der Menschen abgestimmte Weihnachtsgeschenke.

“#Weihnachtsmann 4.0: Wie er durch #SmartData Social Intelligence erlangt & Prozesse optimiert.“

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Das Programm vernetzt sodann die Geschenkvorschläge mit der Produktion. Die Produktionsgeschwindigkeit orientiert sich an der Auslastung und berücksichtigt die Lagerkapazitäten. Das Logistiksystem ist mit der Vertriebsroute abgeglichen, sodass der Schlitten optimal beladen wird. Nach dem letzten Auftrag schaltet sich der 3-D-Drucker automatisch aus – und dann mit dem Eingang der ersten datenbasierten Wünsche und der entsprechenden Verarbeitung im kommenden Jahr wieder ein.

Digital und schlank: So ist der Weihnachtsmann organisiert. Seine Produktions- und Vertriebsstruktur ist lean. Darum gelingt es Jahr für Jahr, die Ziele zu erreichen: Best in class, Top-Service, Lieferung in-time.

Wenn die Heiligen Drei Könige Ende Januar von ihrer Tour zurück sind, will sich der Weihnachtsmann mit ihnen zu einem Erfahrungsaustausch über die Entwicklungen in Sachen Smart Data treffen. Wobei treffen? Eigentlich denkt er eher an ein digitales Brainstorming.

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