Warum sich jetzt jeder mit Smart Home und Heimautomatisierung beschäftigen sollte!

Warum sich jetzt jeder mit Smart Home und Heimautomatisierung beschäftigen sollte!

Digitalisierung 3 min. Lesezeit
Stefan Fritz Experte für faire digitale Plattformen

Heimautomatisierung (Home Automation) ist aus Sicht der Industrie ein neuer Milliardenmarkt, der uns Konsumenten zum Geldausgeben verführen soll. Für die Big Five (Apple, Amazon, Facebook, Google und Microsoft) geht es um die Vormachtstellung bei der Verarbeitung dieser intimen Daten.

Die Gadget-Verliebten haben sich schon vor Monaten mit „Hue“-Lampen von Philips eingedeckt und können ihre Beleuchtung zu Hause jetzt via Smartphone steuern. Alarmsysteme versprechen mehr Sicherheit mit Bewegungsmeldern und Kameras mit Gesichtserkennung. So lassen sich Eindringlinge detektieren und unser Haus weiß, wer genau im Gebäude ist.

Alle Hersteller versuchen gerade auszuloten, was sie uns Nutzern beim Thema Datenschutz mit ihren digitalen Plattformen zumuten können. Den höchsten Komfort und die wenigsten Komplikationen versprechen Cloudbasierte Lösungen, denn sie funktionieren auch von unterwegs. Damit erhält und verwaltet ein externer Dienst nicht nur unsere Daten, er bekommt faktisch auch den Zugriff „von draußen“ auf unser Zuhause.

Die Skeptiker haben zwei große Einwände gegen das Thema Heimautomatisierung:

  • „Was soll der Quatsch: Lichtschalter kann ich an der Wand betätigen.“
  • „Wir werden aktiv ausgespäht und unsere Daten an fremde Mächte verhökert.“

So wird zum einen der Nutzen für uns Menschen in Frage gestellt, zum anderen hält der Datenschutz als Umsetzungsbremse her. Und beide Aspekte treffen einen Nerv.

Nutzen des Smart Home

Der Sinn einer Lampe, die sich aus der Ferne via Smartphone schalten lässt, wirft derzeit mehr Fragen als Antworten auf. Erst wenn man eine Reihe Informationen wie Temperatur, Bewegung, Jahreszeit und Abwesenheit miteinander verknüpfen und einfach und ohne Programmierkenntnisse in Beziehung zueinander setzen kann, kann überhaupt ein Vorteil gegenüber einem praktischen und technisch ausgereiften Lichtschalter entstehen. Und genau mit diesen Aspekten sollten wir uns auseinandersetzen: Denn nur aus Erfahrungen in unserem persönlichen Umfeld werden wir besser begreifen können, was in Zukunft alles möglich wird, wenn wir immer mehr Dinge aus unserem Alltag miteinander verknüpfen.

Der Datenschutz

Wieso sehen wir es als selbstverständlich an, dass große Unternehmen alles mit unseren persönlichen Daten tun dürfen, nur weil wir unbedarft ihren AGB zugestimmt haben? Wieso bestehen unsere Alternativen vermeintlich darin, es zu ertragen oder sein zu lassen? Wieso fordern wir nicht von unserem Smart-Home-Anbieter die Zusicherung, dass alle Daten ausschließlich uns gehören und daher an niemanden übertragen werden dürfen? Und warum sind wir nicht bereit, für einen solchen Dienst Geld zu bezahlen?

“Ein Selbsttest mit #Smarthome kann uns vor vielen Fehlern bei #IoT und #Industrie40 bewahren! “

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Fazit

Was da gerade im Kleinen in unserem Zuhause passiert, wird in Zukunft überall geschehen. Das ist das Internet der Dinge („Internet of things“, kurz IoT). Und wenn wir es nicht schaffen, den Anbietern klar zu machen, dass wir die Hoheit und Autonomie über die Daten aus unserem Zuhause nicht abgeben wollen, dann wird uns das auch nirgends sonst gelingen.

Daher empfehle ich jedem, ein paar Euro für Lichter, Schalter oder Bewegungsmelder auszugeben. So kann jeder zum einen herausfinden, was das Internet der Dinge in Zukunft ermöglichen wird und zum anderen durch das Konsumverhalten und eine klare Meinungsäußerung klar machen, wie diese Daten verarbeitet werden sollen: nämlich wie unser persönliches Eigentum.

Informationen zu den verschiedenen Konzepten und Herstellern habe ich hier zusammengestellt: Smart Home – eine kleine Typologie zur Kaufempfehlung.

"Warum sich jetzt jeder mit Smart Home und Heimautomatisierung beschäftigen sollte!"