Der neue Graben zwischen Old und New Economy

Der neue Graben zwischen Old und New Economy

Finanzen & Wirtschaft 3 min. Lesezeit
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Roger Studer Anlage- und Finanzexperte

Der Mensch von heute ist flexibel. Es wird für ihn zunehmend schwierig, sich zu verorten. Wir sind vermehrt bereit, anstelle von lokalen Bezügen einen erlebnisorientierten Lebensstil zu pflegen, der auf Durchreise ausgelegt ist. Soziale Beziehungen sind wichtiger als der momentane Wohnort.

Das ist die Mobilität der Neuzeit – die räumliche Mobilität, aber auch die ökonomische, kommunikative und soziale. Der mobile Mensch ist zum Synonym für die Modernität geworden. Und diese Modernität verlangt ein Umdenken von Unternehmen. Denn mit der neuen Mobilität und der mit ihr verbundenen Digitalität verändern sich die Lebens- und Arbeitsweisen der Menschen.

Die Menschen sind weniger standortgebunden und somit mobiler als Unternehmen. Mehr noch: Sie leben in ihrem privaten Umfeld sehr oft digitaler als in ihrem beruflichen. Die Unternehmen mögen kaum Schritt halten mit den Online-Kompetenzen ihrer Mitarbeiter – und auch ihrer Kunden. Was ich nicht selten konstatiere: Während die Menschen sich mit grösster Selbstverständlichkeit in Höchsttempo virtuell vernetzen und partizipieren, online informieren, per Internet bestellen, buchen, kaufen, bewegen sich viele herkömmliche Unternehmen nur im Schritttempo hin zur Digitalität. Es tut sich so ein neuer Graben auf zwischen Old und New Economy.

“#Mobilität und #Digitalisierung erweitern Kluft zwischen #OldEconomy und #NewEconomy.“

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Flexibilität und Mobilität sind Schlüsselfaktoren für den beruflichen Erfolg, für das persönliche Vorankommen, um in der Arbeits- und Berufswelt des 21. Jahrhunderts bestehen zu können. Doch erfüllen die traditionellen Unternehmen selber die Ansprüche, die sie an ihre Mitarbeiter stellen?

Die Mobilität der Menschen – Mitarbeiter und Kunden – bedeutet, dass die strukturellen Veränderungen in der Wirtschaft in einem höheren Tempo vollzogen werden müssen. Vorteile ergeben sich aus der viel schnelleren Vernetzung von Wissen und Ideen sowie dem räumlichen Transfer von technischem Fortschritt und Innovation. Die Transaktionskosten für die Mobilität sinken, während der wirtschaftliche Mehrwert, sowohl auf der individuellen als auch auf der volkswirtschaftlichen Ebene, steigt.

Der rasche Strukturwandel verlangt von Unternehmen eine stetige Anpassung – eine Anpassung, die schneller vonstatten gehen muss. Das Internet, Social Media und Big Data machen die Welt zum Global Village mit nahezu unbeschränkten Möglichkeiten zur interaktiven Kommunikation. Etablierte Unternehmen können sich diesen Entwicklungen nicht entziehen. Weil sie sich ansonsten von ihren Mitarbeitern und von der jungen, schnellen, dynamischen – nicht selten eigentlich branchenfremden – Konkurrenz entkoppeln.

Die neue Mobilität bringt neue Geschäftsmodelle, die auf neuen Technologien basieren, hervor. In der Mobilitäts-Branche entsteht ein enormer Markt mit grosser Nachfrage: Neue Fortbewegungsmittel nutzen das Potenzial und münzen es um in Innovation und Transformation. Um die Luft- und Lebensqualität zu verbessern, werden neue Technologien und ergonomische Designs gefragt sein. In der Industrie können neue Technologien – wie die 3-D-Drucker und das „Internet der Dinge“ – grosse Veränderungen im Bereich Handel und Logistik bedeuten. Doch diese neuen Geschäftsmodelle brauchen Vertrauen und Investitionen. Investitionen in die Unternehmen. Und Investitionen in die Menschen.

“Neue Geschäftsmodelle sind die Folge stärkerer Mobilität, doch #Innovation braucht #Investition.“

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