Mobilität 4.0: Die intelligente Vernetzung als Perspektive für die mobile Gesellschaft der Zukunft

Mobilität 4.0: Die intelligente Vernetzung als Perspektive für die mobile Gesellschaft der Zukunft

Finanzen & Wirtschaft 3 min. Lesezeit
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Roger Studer Anlage- und Finanzexperte

Max Frisch, Schriftsteller und auch Architekt, nannte die Entwicklung der Schweiz in den Fünfzigerjahren „weiterdörfeln“. Es war dies ein erster Beitrag zur bis heute anhaltenden Urbanisierungsdebatte in der Schweiz. Unterdessen ist die Urbanisierung weiter fortgeschritten. Unaufhaltsam. Rasant. Die Agglomerationsgürtel werden immer grösser, jene Landesteile, die wir ländlich nennen, immer kleiner. Und der zentrale Aspekt in der anhaltenden Debatte heisst: Mobilität.

Die Schweiz hält sich an einen Trend, der global zu beobachten ist. Die Welt verstädtert. Heute ziehen weltweit pro Tag 180.000 Menschen in die Städte. 2030 sind sechs von zehn Menschen Stadtbewohner. Im selben Mass wächst die wirtschaftliche Bedeutung der Städte. Damit verbunden sind auch gravierende Veränderungen der urbanen Mobilität. Denn die – in hohem Masse verkehrstechnische – Mobilität durchdringt unser ganzes Leben.

Die sich verändernden Lebens- und Arbeitsentwürfe der Menschen führen zu neuen Verhaltensweisen und Ansprüchen. Wie sind privater und öffentlicher Verkehr kombinierbar? Wie lässt sich die Stau-, die Parkraum- und die Schadstoffproblematik in einer Stadt lösen? Welche Auswirkungen hat die zunehmende Mobilität auf die Infrastruktur, auf die Frequenz, auf die Attraktivität der Stadt? Wie – um es grundsätzlich zu formulieren – können wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und gesellschaftliches Wohlbefinden in Einklang gebracht werden? Denn genau daran werden sich Städte künftig messen lassen müssen.

Die Lösung wird in der intelligenten, also digitalen Vernetzung aller Elemente des städtischen Verkehrs liegen. Was bedeutet: Mehr Mobilität, weniger Verkehr.

So stelle ich mir eine durch Vernetzung gesteigerte städtische Mobilität in der nahen Zukunft vor: Übergreifende Netzwerke verbinden flexibel den privaten Personenverkehr mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Der Kollektiv- und der Individualverkehr wachsen zusammen.

Nicht mehr das ganz spezifische Fortbewegungsmittel steht im Vordergrund, sondern die effiziente Befriedigung eines individuellen Mobilitätsbedarfs unabhängig vom Verkehrsmittel. Damit wird der Weg von A nach B schneller, effizienter, günstiger. Über das Smartphone und eine Mobility-App werden Routen gesucht, Fortbewegungsmittel evaluiert und Preise berechnet und direkt bezahlt. Alles ganz einfach, alles ganz bequem: Der bewegte Mensch sucht sich das nächste und unmittelbar für seinen ganz persönlichen Wegezweck optimalste Verkehrsmittel. Dank Data-driven-traffic-modeling, das auf Big-Data-Echtzeitanalysen beruht, läuft der Verkehr in den Städten so flüssiger – vielmehr: überhaupt! Es lassen sich Sitzplätze im öffentlichen Verkehr und Parkplätze fürs Auto finden, die Lebensführung wird gesünder, die Unfälle weniger und der soziale Austausch intensiver. Die wirtschaftlichen Kosten durch Zeit- und Energieverlust werden gesenkt, das wirtschaftliche Wachstum erhöht.

Und bald schon könnten dann futuristische Visionen wie aus Fritz Langs Film „Metropolis“ Realität werden: Fahrbahnen auf mehreren Ebenen für die verschiedenen Verkehrsteilnehmer wie Fussgänger, Fahrräder, schadstofffreie Elektrofahrzeuge, energieeffiziente Autos, Busse, Trambahnen, Magnetschwebebahnen, Lastwagen auf eHighways. An Knotenpunkten wird der Umstieg von Menschen und von Waren vom einen Fortbewegungsmittel zum andern logistisch bewältigt.

“Mehr Fortbewegung, weniger #Verkehr dank #Vernetzung – der Wunsch für die #Mobilität40.“

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„Weiterdörfeln“ ist lange her. Die Technologie und die globalen Entwicklungen lassen uns längst „weiterstädtern“.

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