„Think outside the box“: Themen erleben – dank neuartigem Eventformat

„Think outside the box“: Themen erleben – dank neuartigem Eventformat

Finanzen & Wirtschaft 4 min. Lesezeit
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Roger Studer Anlage- und Finanzexperte

„Transformers – Mobilität der Zukunft“ war der zweite Themenanlass seiner Art. Gross war das Interesse im Vorfeld und so auch die Begeisterung danach.

Wie wird sich unsere Mobilität verändern? Welche neuen Technologiekonzepte können uns angesichts verstopfter Strassen und anhaltender Verstädterung helfen? Welche Rolle spielt das Internet? Und wie sieht das Auto der Zukunft aus? Mit diesen und vielen weiteren Fragen haben sich rund 70 institutionelle Investoren am Donnerstag, den 3. September, im Rahmen des «Think outside the box»-Anlasses beschäftigt. Das noch junge Event-Format wurde zum ersten Mal vor einem Jahr und mit grossem Erfolg zum Thema «Matrix reloaded» gehalten. Damals ging es um die Zukunft und den Nutzen von sozialen Netzwerken – ein Zukunftsthema, das begeisterte. Von vielen der Gäste ermutigt, entschied Vontobel, aus dem neu geborenen Format eine ganze Event-Reihe zu machen. Bei «Transformers – Mobilität der Zukunft» handelt es sich um den nun zweiten Themenanlass dieser Art.

Fachlich gelungen – von A bis Z

«Transformers» hat die Erwartungen nochmals übertroffen. Einer der Gründe dürfte sein, dass Mobilität zu den Megatrends gehört, die uns alle betreffen und mehr und mehr beschäftigen. Über die Zukunft der Mobilität wurde schon vielfach gerätselt und philosophiert, Theorien gibt es viele. Und so begleiteten uns auch an diesem Themennachmittag mehrere Visionäre des Fachs; sie hielten faszinierende Vorträge.

Professor Axhausen von der ETH in Zürich erklärte den rund 70 Kunden zum Beispiel, weshalb es seiner Meinung nach gar nicht ohne Stau gehe. Als Professor für Verkehrsplanung forscht er derzeit am Institut für Verkehrsplanung und Transportsysteme an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich. Seine Schwerpunkte sind die Messung und Modellierung des Verkehrsverhaltens, Verkehrstagebücher, Stated-Response-Ansätze, Entscheidungsmodelle und Mikrosimulation. Zurzeit beschäftigt er sich insbesondere mit Fragen zur Bewertung von Verkehrssystemen, zur agenten-basierten Simulation der Verkehrsnachfrage in grossen Netzen und zur Wechselwirkung zwischen Raumentwicklung, Verkehrsverhalten und sozialen Netzen.

Kurz vor Beginn der Vorträge | «Think outside the box»: Themen erleben – dank neuartigem Eventformat | rogerstuder.com

Kurz vor Beginn der Vorträge

Dr. Maskus – ein weiterer faszinierender Referent – ist Erfinder des «Acabion», einem super-effizienten Hochgeschwindigkeitsfahrzeugs. Glaubt man den bahnbrechenden Ausführungen des Ingenieurs, der schon für grosse deutsche Autobauer Motoren entwickelt hat, handelt es sich bei dem Entwurf seines Hochgeschwindigkeitsfahrzeugs um das wohl effizienteste und zukunftsträchtigste Automobil der Zukunft. Heutige Autos erinnern ihrem Wesen nach stark an Kutschen und das sei unsinnig. In Zukunft könne es nur noch darum gehen, aerodynamisch optimierte Fahrzeuge zu bauen – wie das «Acabion». Das gelte gerade für Fahrzeuge, die in Metropolen unterwegs sein werden. Sein Ziel ist es, Fahrzeuge zu bauen, die mindestens zehnmal so energieeffizient sind als die derzeitigen (siehe Original-Präsentation «Acabion»).

Visionen zur Besichtigung

Die Eröffnung der Fachtagung begann dieses Mal etwas früher, und zwar schon um 12.45 Uhr nach einem gemeinsamen Mittagessen. Für das leibliche Wohl sorgte eine einstündige Kaffeepause zwischen den Vorträgen, welche den Gästen ausgiebig Gelegenheit für Networking bot. Die Pause war aber auch für die haptische Wahrnehmung des Mobilitätsthemas gedacht. Die Fachvertreter hatten dazu «Visionen zum Anfassen» mitgebracht. Darunter befand sich zum Beispiel ein Zukunftsauto. Es passte leider nicht in das eigens aufgebaute Pausenzelt und wurde vor den Eingang des Vontobel-Hauptgebäudes platziert. Ein kleines Malheur, das aber niemanden störte.

Inspirierender Panel, viel Gesprächsstoff

Für Spannung sorgte das vor dem Publikum durchgeführte Panel-Gespräch. Georg von Wattenwyl, Leiter Financial Products Advisory & Distribution bei Vontobel moderierte es im Anschluss an die Referate. Die Visionäre diskutierten, inwiefern die traditionelle Vorstellung des Autos zerfalle oder ob dem Konzept des Car-Sharing und dem neuen Geschäftsmodell von Uber tatsächlich eine rosige Zukunft bevorstehe. Vermutlich werden wir uns von den selbstfahrenden Autos gar nicht «entmündigen» lassen wollen. Und: Fussgänger und streunende Hunde würden in einem vollständig automatisierten Individualverkehr ganz einfach stören.

Das Expertengespräch entwickelte sich zunehmend interaktiv und riss auch nicht ab, als aus dem Publikum immer mehr Fragen gestellt wurden. Im Gegenteil: Es inspirierte zu weiterem Gesprächsstoff. Am Ende des Panelgesprächs stellte Moderator von Wattenwyl die aus Anlegersicht wohl interessanteste Frage: Da Sie Experten des aussichtsreichen Themas sind, interessiert uns Ihre Sichtweise. Gerne möchte ich Sie daher fragen, in welchen konkreten Bereich des Mobilitätsthemas Sie Ihr eigenes Geld investieren würden? Dr. Maskus beziehungsweise «Acabion», wie er sich selbst nennt, antwortete darauf: «In Zulieferer und spezialisierte Technologieunternehmen, denn ohne sie geht es nicht.»

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