So geht Sprachen lernen heute

So geht Sprachen lernen heute

Digitalisierung 2 min. Lesezeit
Stefan Fritz Experte für faire digitale Plattformen

Vom Vokabeltrainer zum Lern-Tandem: So lernt man heute Fremdsprachen

Sommerzeit, Reisezeit – da kommt er wieder: der Gedanke, es wäre doch schön, wenn man sich im Urlaub in der Landessprache unterhalten könnte. Und als Nächstes meldet sich die Sorge vor trockenem Unterricht und Vokabellernen.

Die aktuellen Apps versprechen neue Konzepte und soziale Lernerlebnisse für’s Sprachen lernen – vom Einzel-Lerner bis hin zur digitalen Lern-Plattform. Um ein wenig Struktur in das Angebot zu bringen, stelle ich aus den verschiedenen Kategorien beispielhaft einzelne Apps vor.

Digitalisierung 1.0:

Ein bisschen Vokabeltraining, ein wenig Grammatik und auch Aussprachetraining: das bieten vor allem die Apps der klassischen Verlage wie PONS und Langenscheidt aber auch Babbel. Die Fremdsprachen-Apps dieser Kategorie funktionieren meist auch ohne Internetverbindung und sind nach Zahlung eines einmaligen Kaufpreises oder ohne Registrierung kostenlos nutzbar. Die Lernstoffe orientieren sich an den Niveaustufen des Europäischen Referenzrahmens für Sprachen.

Gamification:

Sprachen lernen wie im Spiel: Pro Lektion gibt es drei Leben, wer seine Leben mit Fehlern vernichtet hat, muss von vorne anfangen. Wer wenig Fehler macht, steigt schneller auf und sammelt Bonuspunkte. So geht Duolingo das Sprachenlernen wie ein Computerspiel an und bietet Möglichkeiten, mit der Spielwährung weitere Kurse zu buchen und sich über Statistiken mit seinen Freunden zu messen. Die Übungen zum Hörverstehen und Nachsprechen versuchen den Lehrer zu ersetzen. Neuerdings kann auch mit anderen Spielern gechattet werden. Spielefans sollten sich das Konzept auf jeden Fall ansehen!

Social Learning-Elemente:

Den spielerischen Ansatz ergänzt busuu um Kommunikations-Elemente mit den Mitlernenden. Neben dem multimedialen Kursangebot beantworten Muttersprachler auf dieser Plattform Fragen und korrigieren Textpassagen.

“Sprach-Apps mit #socialLearning-Elementen als neue Lern-#Plattformen für #digitalesLernen“

Twittern WhatsApp

Die Integration sozialer Elemente probieren aktuell eine Reihe von App-Entwicklern. Für solche Konzepte ist dann eine ständige Internetverbindung erforderlich, so dass diese Apps eher zum Lernen zu Hause oder mal eben in der Bahn einladen als im Urlaubsland.

Social-Plattformen:

Wer es liebt, im direkten Kontakt von und mit anderen zu lernen, ist bei Tandem genau richtig. Die App verbindet den Nutzer mit Lernwilligen auf der ganzen Welt, die jeweils die Muttersprache des anderen lernen möchten. Per Chat, Sprachnachricht oder auch im Live-Video-Talk kann man sich direkt mit Menschen mit ähnlichen Interessen auf der ganzen Welt treffen und austauschen. Die richtigen Lernpartner findet man über ein Matching von Interessen und Vorlieben – fast wie auf einer Dating-Plattform.

Bei so viel Auswahl findet jeder vom „Digital-Probierer“ bis zum „Plattform-Lerner“ etwas für den eigenen Lerntyp. Neben den hier vorgestellten Sprachlern-Apps gibt es in jeder Kategorie noch weitere Kandidaten. Am besten einfach ausprobieren und direkt anfangen!

 

Geschrieben für meine Kolumne der „Vernetzt“-Seite von Aachener Zeitung/ Aachener Nachrichten am 07.07.2015

"So geht Sprachen lernen heute"