CDO oder Digital Board – wer führt Unternehmen in die digitale Zukunft?

CDO oder Digital Board – wer führt Unternehmen in die digitale Zukunft?

Digitalisierung 2 min. Lesezeit
Stefan Fritz Experte für faire digitale Plattformen

Wie gestaltet man den digitalen Wandel für das eigene Unternehmen am besten? Als wäre es nicht schon schwierig genug, die beste Digital-Strategie für das eigene Unternehmen zu bestimmen, kommt bei den meisten Unternehmen zusätzlich zu dieser Aufgabenstellung noch die Machtfrage hinzu.

Da bringen sich die verschiedenen CXOs sowohl als Personen als auch als Verbände in Stellung und buhlen um die beste Position. CIO war gestern, morgen muss es der CDO (Chief Digital Officer) sein, der das Unternehmen in Sachen Digitalisierung entscheidend voranbringen soll. Gründerszene hat die aktuellen Trends bei Dax- und MDax-Unternehmen zusammengefasst und stellt alarmierend fest, dass nur fünf Prozent der 80 großen deutschen Konzerne eine CDO-Position verankert haben, und das zudem sehr halbherzig: Nur bei einem einzigen Unternehmen (ProSiebenSat.1) ist der Titel CDO auf Vorstandsebene angesiedelt.

Ist diese ganze Diskussion über den Stellenwert von IT im Unternehmen und die Verankerung über reale CXO Macht sinnvoll?

Ich denke nicht, denn CXOs gehören sinnvollerweise zu einer Linien-Organisation. Bei richtiger digitaler Transformation geht es aber um die Etablierung neuer Methoden und Denkweisen, die eben nur Bereichs- und Abteilungsübergreifend funktionieren. Genau das macht die digitale Veränderung über etablierte Projektstrukturen und Changemanagement-Prozesse ja so schwierig.

Ein neuer Ansatz, das Einspielen der digitalen Veränderung über den Aufsichtsrat, wird bereits in einer Reihe von Unternehmen diskutiert. Aber auch in diesen Gremien sind die Muster seit Jahren eingefahren und so können sich wirksame Änderungen nur schwerlich entfalten. Zudem ist der Aufsichtsrat vor allem die Vertretung der Kapital- und der Mitarbeiter Seite, aber genau die stehen bei der Digitalisierung nicht im Fokus.

Echte digitale Transformation kann nur entstehen, wenn ein Unternehmen in Zukunft den Nutzen für seine Kunden in den Mittelpunkt stellt. (Das ist etwas anderes als den Kunden etwa durch Einführung eines CRM-Systems vermeintlich in den Mittelpunkt zu stellen!) Neue faire Plattformen können sich aber nur entwickeln, wenn man sich sowohl nach innen gerichtet, als auch in der Orientierung nach Außen jenseits der bekannten Muster bewegt.

“#CDO oder #DigitalBoard? Nur die Sicht jenseits alter (Macht-)Strukturen lässt Digitale #Innovation gelingen!“

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Dieser Perspektivenwechsel gelingt am Besten mit einer neuen Struktur: Dafür etabliert sich gerade das Konzept des Digital Board oder Digital Advisory Board: Unternehmen holen sich Kompetenz außerhalb der bestehenden Unternehmensstrukturen, um digitale Services und digitale Plattformen zu denken und umzusetzen. Durch ein solches Gremium jenseits des bestehenden Machtgefüges können sich Vorstände und Eigentümer in Zeiten des Wandels stärken, beraten und unterstützen lassen.

Ein Digital (Advisory) Board oder digitaler Beirat ist damit ein neues Konzept, um die digitale Innovationsfähigkeit von Unternehmen überhaupt zu ermöglichen und viele Fallen des seit Jahren vorherrschenden technologischen Innovationsmanagements zu vermeiden.

 

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