So werden Sie zur Expertin

So werden Sie zur Expertin

Kommunikation 5 min. Lesezeit
Profilfoto von Christiane Wolff Expertin für PR und Öffentlichkeitsarbeit
Christiane Wolff Expertin für Unternehmenskommunikation

Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr. Der Spruch aus alten Tagen hat tatsächlich Recht, findet Christiane Wolff, die durch einen „glücklichen Zufall“ nun als Smalltalk-Expertin beim BR zu sehen ist. Natürlich – wie die W&V Frauen-Netzwerk-Autorin und Leiterin Kommunikation bei Serviceplan feststellt – ist das kein Zufall: Anhand ihrer Expertise und eines Fünf-Punkte-Leitfadens erklärt sie, wie jeder mit ein bisschen strategischer Selbst-PR mehr Erfolge feiern kann.

Vor einigen Wochen schrieb mir eine Redakteurin vom BR: „Für das Magazin Puls TV im Bayerischen Fernsehen und Eins Plus machen wir einen Beitrag darüber, wie man Smalltalk-Profi wird. Bei der Recherche bin ich auf einen Leitfaden von Ihnen gestoßen, den ich sehr gut finde. Konkret suche ich gerade nach einem Experten, der unseren Moderator mit Tipps vor der Kamera coachen kann.“ Seit zwei Jahren tingele ich mit meiner Kollegin Constanze durch Deutschland und wir Beide geben für die Mitarbeiter der Serviceplan Gruppe Workshops zum Thema Small Talk innerhalb unseres Mitarbeiterfortbildungsprogramms „Campus“. Darüber wurde jedoch nie etwas nach außen kommuniziert. Vor gut einem Jahr dann hatten wir einen einzigen externen Auftritt bei der IHK München, die gemeinsam mit der Womans Business Akademie eine Veranstaltung unter dem Motto „Erfolgreich. Vernetzt“. Und dort gab es dann im Anschluss an das Event online eine Übersicht unserer besten Smalltalk Tipps – und diese hat die Redakteurin im Netz bei ihrer Recherche gefunden. Was für ein – glücklicher – Zufall!

Was sagt diese kleine Anekdote? Durch einen einzigen Fund in Google bin ich nun als Smalltalk-Expertin beim BR zu sehen. Keine schlechte Ausbeute für ein zufällig platziertes Dokument. Wie erfolgreich könnte ich mit meinen Themen sein, wenn ich mich im Netz und natürlich in allen anderen Kanälen und Medien noch besser und professioneller platziere?

Besonders wir Frauen, so mache ich die Erfahrung, machen oft zu wenig Selbst-PR und geben uns gerne bescheiden. Für mich sind es drei Punkte, die daran schuld sind. Der erste lautet: Warum darüber sprechen? Ich mache doch nur meinen Job, so lautet die Erklärung vieler Frauen. Der Zweite: Was ich kann, können die anderen doch auch – das ist doch nichts Besonderes. Aber wie oft erlebe ich Männer, die sich mit wenig Wissen oder Kompetenz als Experten verkaufen und ihre Leistungen mit einer Leichtigkeit zur Schaustellen, dass mir schwindlig wird.

Das soll jetzt wahrlich kein Aufruf werden, ab jetzt mit nicht vorhandenem Wissen die Welt zu blenden, es soll aber Mut machen, die vorhandene Expertise stärker nach draußen zu spielen. Dazu gehört neben der gewissen Portion Mut auch eine Lust an der Selbstdarstellung, sich auf die Bühne zu stellen, etwas Positives über sich zu sagen und sich damit natürlich auch den vielleicht nicht immer wohlwollenden Kommentaren der anderen auszusetzen. Und das ist für mich der dritte Punkt, der uns davon abhält, gut über uns zu sprechen und uns draußen zu positionieren: Wir Frauen wollen ja gerne immer und von jedem geliebt und gemocht werden.

Warum sollten wir also Selbst-PR überhaupt machen, wenn wir dabei über unseren Schatten springen, den inneren Schweinehund besiegen müssen und uns dann auch noch der Kritik von außen ausliefern? Ganz einfach. Damit wir – ich spreche hier als Angestellte, aber das gilt natürlich genauso wie für jede Selbständige – unsere berufliche Zukunft sichern und unsere Karriere vorantreiben. Dazu müssen wir sowohl intern als auch extern als DIE Expertin zu unseren Themen wahrgenommen und auch angesprochen werden. Und das nicht nur per Zufall – sondern strategisch geplant gemäß unserer Positionierung, unseres Erfahrungs- und Wissensschatzes, unserer Ziele und das natürlich als Angestellte – wenn ich nach außen auftrete – in Absprache mit meinem Arbeitgeber. Am Ende zahlt das nicht nur auf mich als Person, als Marke ICH und auf meine Karriere ein sondern auf meine Sichtbarkeit als professionelle Mitarbeiterin und Botschafterin meines Arbeitgebers oder natürlich als Selbständige auf mein Unternehmen. Und dann sieht man mich zukünftig hoffentlich nicht nur als Smalltalk Expertin beim BR.

Wem ich nun Lust darauf gemacht habe, ebenfalls PR in eigener Sache zu betreiben, für den habe ich einen einfachen 5-Punkte-Leitfaden entwickelt:

  1. Zunächst einmal heißt es, sich über seine Kompetenzen klar zu werden. Wofür stehe ich? In welchen Bereichen bin ich Experte?
  2. Machen Sie sich intern zur Marke zu Ihrem Thema! Positionieren Sie sich mit Ihren Themen innerhalb des Unternehmens – machen Sie Ihren Chef auf sich aufmerksam beim nächsten Gespräch, bringen Sie Expertise bei den nächsten Meetings mit Kollegen ein.
  3. Schreiben Sie! Starten Sie intern Artikel für die Mitarbeitermedien und im Intranet.
  4. Werden Sie extern eine Marke. Als nächsten Schritt und in Absprache mit dem Vorgesetzen gehen Sie nach draußen: Halten Sie Vorträge, schreiben Sie Blogartikel, geben Sie Experteninterviews.
  5. Nutzen Sie die sozialen Medien. Facebook, Twitter, Instagram oder gar ein eigener Blog oder eine eigene Website sind die nächsten und wichtigen Schritte für eine erfolgreiche und nachhaltige Selbst-PR.

Gibt es der Liste von unserer Autorin Christiane Wolff noch etwas hinzuzufügen? Nutzen Sie die Kommentarspalte. Für mutige Selbst-PRler: Bitte erzählen Sie uns gerne über Ihre Erfahrungen und Erfolge!

Ersterscheinung auf W&V / Selbst-PR: So werden Sie zur Expertin

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