begleithilfe.de: Begleitperson finden leicht gemacht

begleithilfe.de: Begleitperson finden leicht gemacht

Digitalisierung 2 min. Lesezeit
Stefan Fritz Experte für faire digitale Plattformen

Aachener Startup entwickelt digitale Plattform für die Vermittlung von Begleitpersonen für Senioren und Menschen mit Handicap

Ali Yildirim ist blind. Die meisten Herausforderungen im Alltag meistert er alleine, doch es gibt immer wieder Situationen, in denen er auf die Unterstützung einer Begleitperson angewiesen ist, etwa beim Busfahren. Zwar kann man sich als Betroffener bei einem Verein melden, aber dieser kann in der Regel nur eine Begleitung für das Busfahren oder einen Fußweg stellen. Schon für die nächste Aufgabe, etwa die Hilfe beim Einkaufen, den Arztbesuch oder einfach mal einen Café-Besuch, ist dies keine Lösung.

Was liegt für einen IT-affinen Unternehmer und Betroffenen wie Yildirim also näher, als eine Internetplattform zur Vermittlung von Hilfe-Suchenden und den potentiellen Begleitpersonen aufzubauen? Unter begleithilfe.de entsteht eine solche Plattform. Senioren und Menschen mit Handicap können dort ihre Anfragen für eine Begleitung eingeben. Die sorgfältig ausgesuchten Begleiter bekommen dann die Anfragen und können diese annehmen. Neben dem Finden einer Begleitperson soll künftig auch die Bezahlung und Bewertung über die Plattform erfolgen.

Aktuell ist der Dienst bereits für die Städteregion Aachen verfügbar – aber noch quasi im Vermittlungs-Handbetrieb. So werden wertvolle Erfahrungen bei der Auswahl der Helfenden und den Anforderungen der Hilfe-Suchenden gesammelt, bevor die Plattform in mehreren Stufen zunächst als barrierefreie Webseite und dann hoffentlich auch als App für Mobilgeräte weiterentwickelt wird.

“#digitalPlattformen können #Inklusion jeden Tag ein wenig selbstverständlicher machen!“

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Zusammen mit seinem Partner Sertel Ascioglu möchte Ali Yildirim jetzt in die nächste Runde mit begleithilfe.de starten. Dazu haben die beiden über den Dienst oneplanetcrowd.de eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, um Geld für die nächsten notwendigen Entwicklungen einzusammeln. Schon mit einem Beitrag ab 5 Euro kann jeder die Idee der Sozialunternehmer unterstützen. Das Thema Inklusion ist ein weites Feld, in dem digitale Angebote und die Ideen der Sharing Economy auf eine Menge ungelöster Aufgaben treffen können.

Während andere Projekte wie „be my eyes“ unpersönlich und ohne Ortsbezug funktionieren, geht es bei begleithilfe.de um die lokale und persönliche Verbindung von Helfenden und Hilfe-Suchenden. Statistisch kann davon jeder 8. Mitbürger profitieren – eine Zahl, die deutlich macht, dass Inklusion ein Thema für uns alle ist und bei dem jeder von uns helfen kann und sollte.

Ich wünsche mir, dass sich viele weitere Gründer oder innovative Unternehmer Gedanken machen, wie wir mit Hilfe von digitalen Plattformen die Inklusion jeden Tag ein wenig selbstverständlicher machen können!

 

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