Baselworld 2015: German Manufaktur Power | Teil 2

Baselworld 2015: German Manufaktur Power | Teil 2

Lifestyle 4 min. Lesezeit
Profilfoto von Michael Sandvoss
Michael Sandvoss Experte für Luxus und Lifestyle

Neben all den großen internationalen Marken haben mich auf der Baselworld 2015 wieder einmal die deutschen Manufakturbetriebe sehr beeindruckt. Sie fertigen allesamt mit Top-Qualität und sind sehr innovativ. Abgesehen von der Frage der Auswirkungen der Digitalisierung in der Uhrenbranche nutzte ich meinen Besuch auf der Messe für viele Gespräche mit Vertretern dieser Top-Manufakturen. Hier ein kleiner Einblick, was ich von meinen Terminen mitgenommen habe.

Manufaktur-Power „Made in Germany“

In Basel wurde beispielsweise der „Luxe!Award Design“ an die Niessing-Ohrringe „Topia“ in Gelbgold und in der Kategorie Uhren an Jaeger-LeCoultre „Grande Reverso Night and Day“ in Rotgold verliehen. Niessing hatte mich erst vor kurzem bei einem Manufakturbesuch und mit einer wunderbaren Ausstellung beeindruckt:

Tenda von Heinrich & Denzel: Mit „German Finest" setzt man auf deutsche Manufaktur-Qualität.

Tenda von Heinrich & Denzel: Mit „German Finest“ setzt man auf deutsche Manufaktur-Qualität. (Foto: German Finest)

Niessing in Vogue – State of the Art Design und Zeitgeist von 1979 bis heute im Literaturhaus München. Warum 1979? Damals erregte NIESSING mit einer Anzeigenkampagne des Düsseldorfer Top-Art-Directors H. P. Hofmann, die in der Ausstellung gezeigt wurde, großes Aufsehen.

Eine einzigartige Geschichte ist „German Finest“, ein Zusammenschluss von sechs deutschen Top-Schmuckmanufakturen: Gebrüder Schaffrath (Hanau), Gellner (Wiemsheim), Jörg Heinz (Neulingen), Henrich & Denzel (Radolfzell), IsabelleFa (Eisingen) und Weggenmann (Kaiserslautern). Sie haben sich für eine gemeinsame  Mission, „Made in Germany“ vereint. Seit der Gründung im Jahr 2010 erhält „German Finest“ für dieses einzigartige Konzept viel internationale Aufmerksamkeit. Auf der Messe haben sie sich auf einem sehr stimmigen Gemeinschaftsstand präsentiert. Als familiengeführte Unternehmen bilden die sechs Firmen eine Plattform für hochwertiges und innovatives Design in Kombination mit bester, traditioneller Handwerkskunst.

Das Team „German Finest“: Für die Mission „Made in Germany“ haben sich sechs deutsche Top-Schmuckmanufakturen zusammengeschlossen. (Foto: German Finest GmbH) Oben (v.l.n.r.): Heiko Noeltke (Geschäftsführer Henrich&Denzel),Sandro Erl (Geschäftsführer Henrich&Denzel),Michael Weggenmann (Inhaber Weggenmann),Christian Schaffrath (Geschäftsführer Gebr. Schaffrath), Martin Heinz (Geschäftsführer/Inhaber Jörg Heinz), Andrea Mössner (Geschäftsführerin Jörg Heinz), Hans­-Georg Mössner (Geschäftsführer/Inhaber IsabelleFa)  Unten (v.l.n.r.): Alexander Leuz (Geschäftsführer Gebr.Schaffrath), Isabelle Mössner (Geschäftsführerin/Inhaberin IsabelleFa), Lisa Weggenmann (Geschäftsführung Weggenmann), Jörg Gellner (Geschäftsführer/Inhaber Kellner)

Bei „German Finest“ haben sich sechs deutsche Top-Schmuckmanufakturen zusammengeschlossen. | Oben (v.l.n.r.): Heiko Noeltke (Geschäftsführer Henrich&Denzel), Sandro Erl (Geschäftsführer Henrich&Denzel), Michael Weggenmann (Inhaber Weggenmann), Christian Schaffrath (Geschäftsführer Gebr. Schaffrath), Martin Heinz (Geschäftsführer/Inhaber Jörg Heinz), Andrea Mössner (Geschäftsführerin Jörg Heinz), Hans­-Georg Mössner (Geschäftsführer/Inhaber IsabelleFa) | Unten (v.l.n.r.): Alexander Leuz (Geschäftsführer Gebr.Schaffrath), Isabelle Mössner (Geschäftsführerin/Inhaberin IsabelleFa), Lisa Weggenmann (Geschäftsführung Weggenmann), Jörg Gellner (Geschäftsführer/Inhaber Kellner) (Foto: German Finest)

Handgeschmiedete Ketten in Gold und Platin von IsabelleFa, technisch raffinierte und wandelbare Schmuckstücke von Jörg Heinz, klare Formensprache in Platin und Diamanten von Henrich & Denzel, bezaubernde Perlenkreationen von Gellner, fantasievolle Diamanten in außergewöhnlichem Schmuckdesign von Michael Weggenmann und schwebende Diamanten von Gebrüder Schaffrath, Inhaber Alexander Leuze und Christian Schaffrath haben mir unter anderem die Verarbeitung und Wertbeständigkeit von Diamanten eindrucksvoll erläutert. Nachdem es ja keine Zinsen mehr auf der Bank gibt, sollte man sich den Kauf von Diamanten, verarbeitet in einem Schmuckstück, wirklich überlegen, wenn man in längeren Zeiträumen planen kann. Diamanten werden tendenziell ja auch immer knapper und damit wertvoller. Der Einstieg sollte aber unter dem Gesichtspunkt absoluter Top-Qualität bei den Diamanten liegen.

Weitere erfolgreiche, deutsche Schmuckmarken mit Top-Design, die auf der Messe ausstellten, sind zum Beispiel auch Tamara Comoll, Jochen Pohl und Gerhard Schreiner.

Neue Luxus-Perle in Glashütte

Michael Sandvoss mit Christine Hutter von der Uhrenmanufaktur Moritz Grossmann, Glashütte, auf der Baselworld 2015. (Foto: Privat)

Mit Christine Hutter von der Uhrenmanufaktur Moritz Grossmann, Glashütte. (Foto: Privat)

Ebenfalls beeindruckt hat mich die Uhrenmanufaktur Moritz Grossman in Glashütte. Auf der Baselworld 2015 präsentierten sie erstmals ihre außergewöhnliche Handwerkskunst. Ich sprach mit Christine Hutter, CEO der 2008 gegründeten Grossmann Uhren GmbH, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Tradition der legendären Uhrmacherei von Moritz Grossmann neu zu beleben. Hier werden sogar die Zeiger noch in der eigenen Manufaktur hergestellt. „Kaum jemand habe sich vorstellen können, dass wir heute schon an diesem Punkt stehen“, sagte Christine Hutter. „Innerhalb von sechs Jahren haben wir einen vollständig funktionierenden Produktionsprozess und eine Manufaktur in Glashütte aufgebaut.“ Heute entwickeln und fertigen in der Manufaktur 46 Spezialisten Meisterwerke, die dem Anspruch und der Philosophie des großen Uhrenmachers Moritz Grossmann (1826–1885) gerecht werden. 

“Auf der #Baselword2015 gab es Manufaktur-Power „Made in Germany“. Mein Messebericht – Teil 2“

Twittern WhatsApp

Mein Fazit von der Baselworld 2015

„Made in Germany“ hat auch im Uhren-Schmuckbereich sehr würdige Vertreter, die der zunehmenden Digitalisierung der Welt große Leidenschaft für Manufakturprodukte auf allerhöchstem Niveau entgegen halten und sehr erfolgreich sind. Da ich Handwerkskunst sehr liebe und sie aus meiner Sicht von hoher gesellschaftlicher Bedeutung ist, freut es mich sehr, dass Deutschland einen so engagierten Mittelstand mit einer so großen Manufakturvielfalt hat.

Mehr zur Digitalisierung in der Uhrenbranche im ersten Teil meines Messeberichts.

"Baselworld 2015: German Manufaktur Power | Teil 2"