So kommen Sie Ihren Wünschen und Zielen auf die Schliche

So kommen Sie Ihren Wünschen und Zielen auf die Schliche

Kommunikation 3 min. Lesezeit
Profilfoto von Christiane Wolff Expertin für PR und Öffentlichkeitsarbeit
Christiane Wolff Expertin für Unternehmenskommunikation

Sie ist eine der bekanntesten Medienmanagerinnen Deutschlands, ich fand es schon früher bewundernswert, wie gut sie sich selbst in den Medien verkauft hat. Doch hat Christiane zu Salm auch eine völlig andere überraschende Seite an sich öffentlich gemacht: Sie ist Sterbebegleiterin. In ihrem Buch „Dieser Mensch war ich – Nachrufe auf das eigene Leben“ hat sie hundert Nachrufe von Sterbenden veröffentlicht:

Als das Buch Ende 2013 herauskam war ich selbst erst einmal skeptisch – war sie mir bislang in den Medien als harte Managerin und in der Glamour- und Glitzerwelt beheimatet begegnet. Und nun das! Zufällig bin ich dann vor Kurzem auf ein Porträt von ihr in der BR Sendereihe „Lebenslinien“ gestoßen, das mich endgültig überzeugt hat, das Buch zu lesen. Dort habe ich unter anderem nicht nur eine sehr vielseitige, nachdenkliche und sympathische Frau kennenlernen dürfen sondern habe auch erfahren, dass sie bereits zwei Mal in ihrem Leben hautnah mit dem Thema Tod konfrontiert wurde: Als sie Kind war, ist ihr Bruder vor ihren Augen durch einen Unfall getötet worden und 2005 wurde sie von einer Lawine erfasst und ist nur durch ein Wunder lebendig wieder hervorgespült worden. Der Wunsch, Sterbebegleiterin zu werden, kam ihr immer wieder bis sie es dann vor einigen Jahren umgesetzt hat und in einem Berliner Hospiz eine entsprechende Ausbildung gemacht hat. Ein Part dieser Ausbildung war eine 15-Minütige Übung: „Stellen Sie sich vor, Sie sterben morgen und verfassen Ihren eigenen Nachruf.“

Puh. Wow. Das hat auch bei mir gesessen. In 15 Minuten aufschreiben, was mein Leben war? Was möchte ich hinterlassen? Was und viel wichtiger wer war in meinem Leben und für mein Leben wichtig? Was habe ich geschaffen? Was habe ich erreicht? Gibt es etwas, das ich bereue? Wozu hatte ich vielleicht nicht den Mut? Auf was bin ich stolz? Was ärgert mich vielleicht bis heute? Da ist so vieles – aber was ist davon in einem Nachruf erwähnenswert? Was ist davon aus meiner ganz persönlichen Sicht erwähnenswert? Das ist gerade in der grauen Jahreszeit und kurz vor dem Jahresende sicher für jeden von uns, die wir ja alle auch in dieser schnelllebigen Medienwelt unterwegs sind, eine herausfordernde, eine fiese, eine fast nicht zu bewältigende – aber eben auch unheimlich spannende Übung.

Die 100 Nachrufe, die uns Christiane zu Salm in ihrem Buch schenkt, sind pures Leben. Obwohl es ja eigentlich um den Tod geht. Jeder einzelne Nachruf ist ein wahnsinnig intimer Blick auf das Leben eines mir fremden Menschen. Der mir aber durch diese wenigen Seiten, die jeder Mensch im Buch bekommen hat, sehr intensiv und sehr nah gekommen ist. Und mir damit auch immer einen neuen, frischen, anderen Blick auf mein eigenes Leben geschenkt hat. Die Nachrufe zeigen von der Penny-Kassiererin bis zur Journalistin einen guten Querschnitt durch die Berufswelt mit unglaublich unterschiedliche Sichtweisen, Erfahrungen, Erinnerungen, Gedanken rund um und auf das eigene Leben. Das Buch hat mich mitgenommen, bewegt, zutiefst erschüttert, glücklich gemacht, manchmal auch traurig. Danke, liebe Christiane zu Salm, für dieses wichtige Buch.

Ersterscheinung auf W&V / So kommen Sie Ihren Wünschen und Zielen auf die Schliche

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