Bei Minus 22 Grad eingesperrt – Training in der Kältekammer

Bei Minus 22 Grad eingesperrt – Training in der Kältekammer

Lifestyle 2 min. Lesezeit
Profilbild von Robby Clemens Extremläufer, Motivationscoach & Autor
Robby Clemens Extremläufer, Motivationscoach & Autor

Der Herbst ist im vollen Gang und zum Teil herrschen winterliche Temperaturen. Doch so sehr mich die Kälte hierzulande frieren lässt, ist sie kein Vergleich zu der, die mich auf unserer Tour vom Nordpol zum Südpol erwartet. Aus diesem Grund ist es unerlässlich, vorab in Kältekammern bei Minustemperaturen zu trainieren und die Ausrüstung zu testen.

Doch ein geeigneter Ort zum Trainieren ist oftmals leichter gesagt als gefunden. So bieten Geschäfte, die sich auf Outdoor-Equipment spezialisiert haben, zwar Kältekammern an, doch eine langfristige Nutzung mit ausreichendem Bewegungsfreiraum ist meist nicht gegeben. Unterstützung erhielt ich in diesem Fall von der Firma Ablig Feinfrost GmbH in Heichelheim (Thüringen bei Weimar). Sie ist Hersteller von Tiefkühlprodukten wie Thüringer Kartoffelspezialitäten, Tiefkühlgemüse und Eiscremeklassikern, die in einem modernen Hochregallager bei durchschnittlich 22 Grad Minus auf den Transport warten.

Was ist der Sinn und Zweck eines Kältetrainings?

Minus 22 Grad klingt zunächst erschreckend und alles andere als gemütlich, aber nur so kann man sich langsam an die Kälte herantasten und ein Bewusstsein für sie schaffen. Es muss dabei ein Gefühl entstehen, um seinen Körper besser kennenzulernen und zu verstehen, wie es sich in eisiger Kälte (über)leben lässt. Ganz nebenbei galt es natürlich auch wichtige Tests durchzuführen.

Die wichtigsten Tests beim Training in der Kälte

  • Wie reagiert der Körper, um den Wärmehaushalt beim Laufen bzw. dem Ziehen von großen Lasten zu regulieren? Denn zum Aufrechterhalten der Körpertemperatur braucht der Körper wesentlich mehr Energie als bei der größten Sonnenhitze.
  • Verändern sich Laktatwerte und Herzpulsfrequenzen? Wenn ja, wie?
  • Wie reagieren die Füße auf die Minustemperaturen? Und wie lassen sie sich warm halten?
  • Lassen sich die genutzten Cremes, die meine Füße geschmeidig halten sollen, weiterhin benutzen? Eine wichtige Frage, denn wie wir feststellen mussten, klumpen enige oder werden bei Graden unter Null spröde.

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  • Wie sehr schwitzt man bei der Kombination „Kälte und Laufen“? Wichtig zu wissen, denn wir dürfen nur sehr wenig transpirieren, da Schweiß bei extremer Kälte friert und ganz schlecht wieder trocknet.
  • Hält die beabsichtigte Technik den eisigen Temperaturen stand? Wie reagiert sie im Bezug auf Funktionalität und Akkudauer? Auch wenn in der Kälte zunächst keine großen Auswirkungen erkennbar waren, hatten wir beim Wiedereintritt in die Wärme durch die großen Temperaturuntersschiede mit extremen Kondenzwasser zu kämpfen.
  • Ist das Zugeschirr für die Pulka stabil genug und hält es auch bei tiefen Temperaturen stand?

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Abschließend können wir von sehr positiven Erfahrungen berichten. Noch nie zuvor war die Nähe zu unserem Start am Nordpol im April 2015 – nicht nur aufgrund der Kälte – so spürbar.

Zum Abschluss gab es dann noch einen Kälteschub in unserem Magen: leckeres Vanilleeis.

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