Die gemeinsame Zukunft von Gesellschaft und Technologie – Ein Überblick über verschiedene Facetten und Möglichkeiten

Die gemeinsame Zukunft von Gesellschaft und Technologie – Ein Überblick über verschiedene Facetten und Möglichkeiten

Digitalisierung 3 min. Lesezeit
Stefan Fritz Experte für faire digitale Plattformen

Rechtzeitig vor der Frankfurter Buchmesse erscheint am Mittwoch die deutsche Ausgabe von “The Second Machine Age – Wie die nächste digitale Revolution unser aller Leben verändern wird” der Professoren Erik Brynjolfsson und Andrew McAfee. – Lesenswert!

Die gemeinsame Zukunft von Gesellschaft und Technologie beschäftigt mich seit Jahren intensiv. Ich verschlinge Bücher von Lanier, Rifkin aber auch von Schrems, die sich mit den verschiedenen Aspekten und Facetten der Digitalen Welt beschäftigen; Autoren, die über neue Konzepte für unsere Gesellschaft nachdenken, die aktuelle Technologien berücksichtigen und integrieren.

Brynjolfssons und McAfees erstes gemeinsames Buch “Race against the machine” aus dem Jahr 2011 war nach meinem Empfinden eher düster und sehr absolut geschrieben. Es hat nur wenige Themen inhaltlich bearbeitet, sondern wollte aufrütteln. Das haben die Autoren sehr eindringlich und fordernd, aber ohne erkennbares Konzept getan.

Das neue Buch ist da viel reifer, differenzierter und umfassender. Man merkt, dass es gut recherchiert ist, und vor allem angetrieben ist von dem Gedanken: Wie können wir Menschen die neuen Technologien nicht einzeln und egoistisch als Gadgets nutzen, sondern als Gesellschaft an den neuen Möglichkeiten partizipieren? Mit dem Vergleich zur ersten industriellen Revolution (first machine age) machen Brynjolfsson und McAfee uns eindringlich bewusst, dass uns tiefgreifende Veränderungen bevorstehen, wenn wir nicht unter die Räder kommen wollen. Aber sie zeigen auch die großen Chancen der Technologien auf.

Nach der (obligatorischen) Einleitung zur exponentiellen digitalen Entwicklung (Mooresches Gesetz) und den Auswirkungen der Digitalisierung auf die verschiedenen Branchen kommen die beiden zu ihren Kernthesen und Gebieten:

  • Warum wird die Innovationsgeschwindigkeit ab jetzt auf diesem hohen Niveau bleiben, oder sogar weiter zunehmen? (Rekombination)
  • Wohin wird es realistisch mit der Künstlichen Intelligenz gehen? (Was werden Menschen in ein paar Jahren immer noch besser machen als Maschinen?)
  • Die unabdingbare Zunahme der gesellschaftlichen Kluft (und neue Ideen, wie wir damit umgehen können).
  • Neue Konzepte für das Bruttosozialprodukt und was wir in Zukunft besteuern sollten.

Anhand dieses kurzen inhaltlichen Abrisses wird schon deutlich, mit wie vielen verschiedenen Bereichen unseres Lebens sich die Autoren auseinandersetzen. Schließlich forschen beide im Bereich der Auswirkungen und Vorteile von IT auf Unternehmensproduktivität und Wirtschaft allgemein. Und das spürt man als Leser: Brynjolfsson und McAfee denken deutlich digitaler als der Soziologe Rifkin, weniger idealistisch als der Informatiker und Künstler Lanier – aber dennoch optimistisch im Hinblick auf die Chancen der digitalen Zukunft. Das wird im englischen Titel “The Second Machine Age: Work, Progress, and Prosperity in a Time of Brilliant Technologies” mit den Begriffen “Prosperity” (Wohlstand) und “brilliant” – wesentlich klarer als in der (nüchternen) deutschen Übersetzung.

Mir hat das Buch viele gute Impulse gegeben!

Erik Brynjolfsson, Andrew McAfee
The Second Machine Age: Wie die nächste digitale Revolution unser aller Leben verändern wird
Plassen Verlag (1. Oktober 2014), 400 Seiten, 24,99 Euro
Kindle Ausgabe 19,99 Euro
Englische Ausgabe: Second Machine Age : Work, Progress, and Prosperity in a Time of Brilliant Technologies 18,74 Euro

"Die gemeinsame Zukunft von Gesellschaft und Technologie – Ein Überblick über verschiedene Facetten und Möglichkeiten"