Social Media: Pflicht oder Kür?

Social Media: Pflicht oder Kür?

Kommunikation 2 min. Lesezeit
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Christiane Wolff Expertin für Unternehmenskommunikation

Gestern im Büro habe ich mit meinem Team lange diskutiert. Es gab viele Argumente dafür, aber auch viele dagegen: Muss ich für jedes Thema, jede Veranstaltung gleich alle Social Media Register ziehen? Ehrlich gesagt: Wir haben keine adäquate Antwort gefunden bzw. sind uns weiter uneins, was der richtige Weg ist. Aber fangen wir von vorne an.

Klar, wir sind alle auf Facebook, Google +, twittern und kennen uns mit den wichtigsten digitalen Trends aus – wir haben in unserem Team aber einen wahren Social Media Superhelden. Er ist dazu ein unglaublicher Technikfreak und bastelt in wenigen Sekunden eine neue Homepage, twittert bis der Arzt kommt von unseren Events und ist da einfach eine wahnsinnige Bereicherung für uns alle.

Vor kurzer Zeit hat er bei einem unserer Veranstaltungen eine eigene Seite gebaut: Es ging um eine Veranstaltung im Haus der Kommunikation in Hamburg mit Expertenvorträgen zum Thema Content Marketing. Mein Kollege hat nicht nur kleine Interviews mit allen Protagonisten gemacht, den ganzen Tag gebloggt, sondern auch noch die Journalisten vor Ort betreut und im Anschluss die Vorträge online gestellt. Das Rundumsorglospaket für alle. Mehr geht nicht. Nun möchten natürlich alle Agenturen im Haus, die eine Veranstaltung machen, solch ein tolles PR-Paket. Nun, wir haben über 40 Agenturen unter einem Dach und sind drei Personen im Presseteam.

Da frage ich mich jetzt natürlich: Müssen wir das? Sollen wir das? Ist es wirklich notwendig, sinnvoll, für jede Veranstaltung solch einen zeitlichen und personellen Aufwand zu betreiben? Oder ist es nicht sogar für eine Agentur wie Serviceplan einfach ein Muss – da wir natürlich auch in der Unternehmenskommunikation ganz weit vorne sein wollen und müssen?
Eine aktuelle Studie zeigt, dass es unter den Journalisten noch recht viele Skeptiker gegenüber Social Media gibt. Und auch meine eigene Erfahrung zeigt: Die meisten Themen lancieren wir über klassische Pressemitteilungen oder noch besser durch die ganz persönliche Ansprache der uns bekannten Journalisten. Und am Ende – ich gebe es zu – auch unsere noch so digitalen Geschäftsführer sehen sich lieber in der Printausgabe der wuv oder der SZ als dass sie sich über einen Facebookbeitrag mit noch so vielen Likes freuen. Und jetzt – da ich immer noch am diskutieren bin – freue ich mich über Ihre Erfahrungen und Einschätzungen: Pflicht oder Kür?

Ersterscheinung auf W&V / Social Media: Pflicht oder Kür?

"Social Media: Pflicht oder Kür?"